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Behind The Beats

Behind The Beats

Behind The Beats #5 mit Bjet

BJET_TEASER

In unserer neuen Rubrik “” befassen wir uns mit den Produzenten, welche mindestens genauso viel Arbeit investieren, wie die Künstler selbst. Dieses mal zu Gast, der bielefelder HipHop Produzent ““. produzierte schon “Hin zur Sonne” von Casper und hat Beats für Kollegah und Farid Bang abgeliefert. Er arbeitet ebenfalls viel mit den Jungs von Trailerpark.

Wer mehr Info’s über ihn braucht, checkt seine FACEBOOK-SEITE. Wir freuen uns, euch den fünften Produzenten auf rapcloud präsentieren zu können. Das komplette Interview mit Bjet, direkt nach dem Break.

Wie ist der Entstehungsprozess bei den, von dir produzierten, Beats ?
Immer unterschiedlich. Mache ja auch immer mal was anderes. Manchmal steht zu erst ein Drumset, manchmal steht zuerst eine eingespielte Melodie oder manchmal ist es eben ein samplebasierter Beat
und dann steht zuerst das Sample. Also das kann man so echt nicht pauschalisieren.

Siehst du dich manchmal als “Dirigent” welcher den Künstler in die richtige Richtung leitet?
Beim Beats machen direkt eher nicht. Beim Aufnehmen eigentlich schon ab und zu. Ich lasse die Rapper schon erstmal am Mikrofon erstmal ein paar mal alles so machen, wie sie es möchten, aber wenn ich merke “Ah, da geht doch noch etwas komfortabler in der Aufnahme!” oder “So und so klingt das aber besser, meine ich.”, dann sage ich das schon und das wird dann meist auch so oder ähnlich umgesetzt.

Welche Soft- und Hardware verwendest du aktuell? Womit hast du angefangen? Gibt es da sehr große Unterschiede von Früher zu Heute?
Also auf der Softwareseite habe ich eigentlich immer schon Fruity Loops zum Beats machen benutzt. In der Hinsicht haben sich nur die Versionen verändert. Aber natürlich habe ich mit der Zeit immer mehr verschiedene Plug-Ins dazu genommen und benutzt. Aufgenommen, gemischt und gemastert habe ich auch schon immer mit Samplitude im Grunde, auch hier haben sich nur die Plug-Ins mit der Zeit verändert.

Hardwaretechnisch hat sich zwischendurch immer mal einiges umgeschlagen. Für Beats nutze ich zusätzlich zu Fruity Loops, dass das Mastersignal ausgibt, damit alles im Rechner zusammen läuft eine MPC 2000 XL, einen Plattenspieler zum Samplen, einen E-MU Proteus 100, einen E-MU Virtuoso 2000 und diverse zwischengeschaltete Kompressoren. Bei meinem Aufnahme-Equipment verlassen wir uns seit “Hin zur Sonne” von Casper, dass wir auch komplett hier aufgenommen haben auf ein Röhrenmikro von MXL (V69M) und einen TLA IVORY 2 5051.

Ich habe aber auch noch ein paar ausrangierte Geräte, die ich momentan nichtmehr fürs aufnehmen nutze. Man ist ja ein Gewohnheitstier. Könnte mir aber vorstellen in Zukunft auch mal wieder in neue Geräte zu investieren. Man wird sehen. icon wink Behind The Beats #5 mit Bjet

Wieviel unveröffentliche Beats schlummern auf deiner Festplatte und behältst du den Überblick?
Ca. 100 Beats momentan. Würde aber auch nicht jeden rausgeben. Schließlich sind auch viele dabei, die mir nicht gefallen. Ich bin beruflich Kaufmann. Ich führe ausführliche Listen. Außerdem bin ich vollkommen Drogenfrei. Das reicht schon zur Übersicht. icon wink Behind The Beats #5 mit Bjet

Wie stellt man sich einen Produktionstag bei dir vor? Hast du da einen festen Zeitplan oder eher alles nach Lust und Laune?
Nach Lust und Laune. Ich arbeite ja hauptsächlich in einem “normalen” Job und mache Musik eben in meiner Freizeit. Wenn ich Bock habe mach ich was und wenn nicht, dann lass ich es.

Welchen Künstler würdest du gerne produzieren ?
Total viele. Bushido, Fler, G-Hot, Haftbefehl, K.I.Z., Sido, Jimi Blue, Massiv, Kaas und einige andere Deutschrap-Acts. Aber auch viele Amis würden mich reizen. Ebenso würd ich auch gern mal richtige Popmusik machen. Mit nem Sänger oder einer Sängerin. Würde mich auch mal interessieren.

Wie überwindest du Zeiten in denen du keine Ideen hast
Mit Billiard spielen. Oder mit der rein technischen Seite des Produzierens: Mischen und Mastern. Wenn ich keine Ideen habe, dann mache ich einfach mal ne Zeit lang keine Beats. mWenn man sich zwingt bringt das ganze ja auch Nichts. Dann kann man es gleich lassen.

Erzähl uns, woran du gerade arbeitest und wann wir wieder neue Beats von dir hören können?
Aktuell arbeite ich gerade an einer Platte mit Corus86, an einigen Projekten für Trailerpark, einen Beat für Maskoe aus Hamburg hab ich gemacht und ich habe was für Money Boy gemacht. Das ist so das, was ich spontan gerade auf dem Schirm habe.

Außerdem bin ich gerade wieder dabei viel an Beats rauszuschicken. Mal schauen, was sich so ergibt in nächster Zeit… Wann man wieder was hören kann – kommt drauf an, wer am schnellsten was fertig macht und wer als erstes releast. icon wink Behind The Beats #5 mit Bjet

Wie stehst du zu der Vermischung von Genres wie HipHop mit Elektro Sounds? In den Clubs in Deutschland ist es ja z.Zt. der Renner.
Find ich gut, wenn es ungezwungen rüberkommt. ABER: Generell find ich diese Welle aber total kacke. Jeder versucht nen Elektrohit auf seiner Platte zu haben und jeder will auch am liebsten gern einen Indie-Rock-Song auf der Platte, aber ich finde, dass sowas meistens nur bei einigen Pionieren gelingt und dann halt auch noch bei Leuten, die das vielleicht garnicht so ernsthaft machen und sich einfach nur mal nen Spaß damit erlauben wollen z.B. im Endeffekt glauben viele auch, dass man damit mehr auffällt, als wenn man einfach eine normale Rap-Platte macht. Das glaube ich nicht unbedingt. Wenn du nen großen Vogelkäfig hast und da sind nur graue Tauben drin und du setzt einen Papagai dazu, ok, dann fällt der auf. Aber wenn du den gleichen Käfig mit supervielen bunten Vögeln hast, dann fällt die einzige graue Taube auf einmal wieder viel mehr auf.

Übertragen: Jetzt, wo jeder was anderes machen will als “normalen” Rap, würde man mit einem ganz normalen Rap-Beat ohne Indie-Rock- oder Elektro-Schnick-Schnack mehr auffallen als der nächste von 1000 Elektro-Beats. Dieses gezwungene “Ich mach jetzt auch richtige Musik und mache nicht nur nen HipHop-Loop.”-Denken ist nicht mein Ding. Aber muss ja auch jeder selber wissen.

Was würdest du einem “Produzenten” raten wenn er Grad am Anfang steht?
Hm. Also ich finde ja, ich stehe selbst noch vom Status her sehr am Anfang, aber ich würde sagen: Viel auf Konzerte fahren und die Acts auch mal kennenlernen. Macht einfach mehr Bock als nur in der Bude vor dem Rechner oder vor dem Sampler zu sitzen und sonst nix zu sehen den ganzen Tag. Rumkommen und ein bisschen schauen, wer was so macht. Und am besten, wenn man noch jung ist Klavier spielen lernen. – DAS habe ich leider total verpasst mit dem Klavier.

Wie stehst du als Produzent zu dem Thema Raubkopie?
Also ehrlich gesagt: MIR persönlich ist das ziemlich egal. Das Thema ist eh nicht neu. Die Diskussion gibts doch inzwischen schon seit … 10 Jahren ca., oder? Klar würde es der Musikindustrie sicher besser gehen, wenn die Leute mehr Platten kaufen, aber im Grunde ist doch die Musik eh oft nur das Füllgut. Ich würde sagen einerseits sind Umsätze an sich rückgängig und das Kaufverhalten hat sich etwas verschoben: Jetzt werden eben mehr Merchandise-Artikel verkauft und weniger CDs.

Ich kauf mir zwar sogut wie jede CD von einem Act, den ich gut finde blind. Aber ich kaufe die nicht mit dem Gedanken: “Oh toll. Ich bin ein guter Mensch. Ich kaufe jetzt die Rihanna-Platte und unterstütze damit meinen Star als Fan.”. Die hat doch eh genug Geld. Ich kauf die CD dann eher wegen des Booklets und damit ich die Credits alle direkt nachlesen kann. Außerdem mag ich einfach das Medium CD gern. Ich hab gern was in der Hand. Was ich garnicht verstehe sind diese I-Tunes-Käufe.

Würde ich NIE machen. Man hat kein Cover, kein Booklet und allgemein nix in der Hand und das gleiche Produkt bekomme ich genausoleicht, wenn nicht noch leichter (zwar illegal) umsonst im Netz.

An dieser Stelle, ein Shout an deine Fans, Hörer, Clubgäste und Freunde.
Okidoke. Gruss an alle Boyz´n´Girlz die gut drauf sind. Außerdem an die Brüders von Trailerpark (Pimpulsiv/DNP/Sudden), Corus86, Casper, Montana Max und Shiml und alle anderen Boyz, für dieich noch so produziert habe bisher. Wer von Euch Bock hat, checkt mich unter Facebook. Dort heiße ich “Bjet Fromhood” oder Klickt bei Facebook auf meiner Seite auf “Gefällt mir”. Die Seite heißt einfach “Bjet”. Checkt auch meinen Blog ab, wo ich meine kleine Hood-Kolumne ab und an mal zum Besten gebe.

BJET BLOG

BJET SOUNDCLOUD

… und wie immer, ein kurzes Brainstorming, sag einfach spontan was dir zu den folgenden Begriffen einfällt.

Sample – Find ich super. Die Mischung machts.
DJ KHALED – Hat geile Hits.
AUTO TUNE – Kann man MAL machen und DANN ist es auch cool. Aber nicht zu oft und wenn schon, dann so richtig übertrieben aufdrehen.
4/4 – Genau richtig.
PUNCHLINE – Feeling ist wichtiger.
BEATS SIND … – 50% des Songs.
Zukunft – Kann man nicht vorhersehen.
- Schönes und übersichtliches Online-Mag. Gefällt mir!

Veröffentlicht am 28.06.2011 von Over | Bildquelle:

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